Am 22.Juni 2008 fand bereits zum vierten mal nach der Cologne-Pride Erföffnung das Sommefest am Lebenshaus statt. Das durch Spenden finanzierte Lebenshaus ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit HIV und AIDS und bietet mit seinem park-ähnlichen Gelände in ruhiger Lage die perfekte Location für dieses Fest.
Hier begegnen sich jedes Jahr ohne Berührungsängste die Bewohner des Hauses und Gäste des Festes, die aus unterschiedlichen Gründen anwesend sind. Einige haben an AIDS erkrankte oder mit HIV infizierte Menschen in ihrer Umgebung, andere möchten sich informieren oder eine gesellschaftliche Toleranz zeigen.
Die Begegnungen sollen aber auch ein Nachbarschafts-und Communityfest sein, bei dem die Gäste und all die Menschen im Mittelpunkt stehen, die sich täglich für das Lebenshaus und die AIDS-Hilfe engagieren.
Der Garten wurden von einem Architekten entworfen, Spezialist für Flora und Fauna.
Der dort geplante 'Bambus-Hain' ist der letzte noch zu vollendende Abschnitt des Gartens. Für die Bewohner/innen stellt dieser Garten einen Ort der Erholung und Entspannung dar und das Rauschen des Windes im Bambus-Hain gehört nach dem Konzept des Gartens unbedingt dazu.
Der Gartencenter Dingers spendete am Sonntag, den 22.Juni dafür einen Bambusbaum, den die AIDS-Hilfe Köln Vorstandvorsitzende und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes zusammen mit Beiratsmitglied Maria Luise Nikuta feierlich in Empfang nahm.
Musikalisch unterstützt wurde das Sommerfest vom Männerchor 'Kölner Spitzbuben' . Markus Danuser, Vorstand und Mitarbeiter des KLUST e.v. (Kölner Lesben und Schwulentag) stellte mit Elfi Scho-Antwerpes das Motto des CSD 2008 vor:
'Null Toleranz'. Scho-Antwerpes, die sich seit 20 Jahren für die AIDS-Hilfe Köln engagiert, sagte,sie fühle sich nach der langen Zeit des Engagements, hier beim Sommerfest nicht als Bürgermeisterin sondern als Freundin der Aidshilfe.
'Null Toleranz' steht für die immer noch stattfindende Diskrimierung homosexueller Menschen in der Gesellschaft. 'Wir sind es leid, immer noch diskrimiert zu werden, in Schule, Beruf und durch Aussagen der Kirche, gegenüber anders sexuell orientierter Menschen.'
'Null Toleranz' außerdem für bekannter Rapper, deren Lieder in TV und Radio präsentiert werden und die ihre Texte mit beschimpfungen Homosexueller würzen.
'Null Toleranz für Null Toleranz' lautet das Motto im ganzen und meint damit auch Schuldzuweisungen für die immer weiter ansteigenden Infektionen mit dem HI-Virus. Elfi Scho-Antwerpes zeigte auch kein Verständnis gegenüber der sich weiter verbreitenden Homophobie. Sie versprach ein klärendes Gespräch mit FC Köln-Trainer Daum, der vor einiger Zeit in einem Interview homosexualität mit Phädophilie gleich stellte.
Homosexuelle Menschen schänden keine Kinder, diesen Unterschied scheint Christoph Daum nicht zu kennen. Vor einiger Zeit gründete sich ein schwuler FC Köln Fanclub, darüber sollte der Trainer ernsthaft nachdenken. Das Wetter spielte bis ca.17 Uhr mit, erst danach öffnete der Himmel seine Wolken und ließ es regnen. Das Sommerfest hatte um 14 Uhr begonnen und beim Wetterumschwung hatten sich schon viele Gäste satt gegessen an Bratwürstchen, Salat und Kuchen oder den Durst gestillt bei einem kühlen Kölsch.
DJ Tom Laroche sorgte für Sommerfeeling, außerdem fand eine Führung durch das Lebenshaus statt.
Ansprechpartnerin dafür war Bewohnerin Susanne Fleisch, die beim zeigen der Räumlichkeiten aus ihrem bewegten Leben erzählte. Seit 15 Jahren lebt sie mit dem HI-Virus, vor zwei Jahren erlitt sie einen Schlaganfall, von dem sie sich aber sehr gut erholte. Sie hat für sich die Kunst des Malens entdeckt um sich auch auf diese Art und Weise auszudrücken. Im Atelier stellte Susanne Fleischer ihre Bilder mit dem Titel 'Zwischenbilanz aus'.
Weitere Informationen über das Lebenshaus auf http://www.lebenshaus-koeln.de/ und in einem Artikel:
www.events-und-trends.de/data/3051416.html.
Informationen über Dingers Gartencenter finden sich auf http://www.dingers.de/
Bericht und Bilder: Olaf Demmerling

