Runrig – 30 Jahre Ackerbau

Im Rahmen ihrer 30jährigen Jubiläumstour gastierte am Dienstag Abend die schottische Band „Runrig“ in der fast ausverkauften Phoenix Halle in Mainz.

Wieder einmal bewies die Band mit der Auswahl des Vorprogramms ein glückliches Händchen. Während bereits die kanadische Folksensation „Great Big Sea“ die Band supported hatte, war es diesmal der amerikanische Liedermacher Gus Black. Nur mit seiner Gitarre gab er sein Liedgut zum besten und verzauberte die Phoenixhalle mit teils wunderschön gecoverten, aber größtenteils eigenen Songs. So war es dann
ein Leichtes für die Band pünktlich anzufangen und gleich die Stimmung zum brodeln zu bringen.

Während die irischen Kollegen der „Dubliners“, die auch bereits seit 40 Jahren auf Tour sind, sich mehr dem geselligen Pub-liedern gewidmet haben, spielen Runrig keine klassischen „Celtic Songs“. Nur für geübte Ohren war das Instrumental „Marys Wedding“ kurz wahrzunehmen, aber auch ohne solche Ohrwürmer schafft es die Band mit Ihren traditionellen Instrumenten wie Akkordeon und Elektro (!) Dudelsack die Fans der keltischen Musik in ihren Bann zu ziehen.

Der kanadische Bandleader Bruce Guthro ersetzte 1997 seinen über 20 Jahre amtierenden charismatischen Vorgänger Donnie Munro. Am Anfang war es schwer für
den „Neu-Schotten“ (Guthro stammt aus Nova Scotia) das Vertrauen der
eingefleischten Fans zu erlangen, aber schon längst sind diese Zeiten vorbei, und er versteht es perfekt die einfühlsame Stimmung der Runrig Songs musikalisch wiederzugeben.

Durch seine sanft-rauhe Stimme verbindet er die sanfte Schönheit Schottlands mit den der harten Highlands, und auch in Sache Fananimation ist Guthro keineswegs das traurige Landei aus Cape Breton.

Apropos Landei: Der Name „Runrig“ beschreibt eine im Mittelalter häufig angewendete Art des Ackerbaus in Schottland. Und auch hier wird der Erfolg der Schotten deutlich: harte Arbeit in den letzten Jahren und unermüdliche Bühnenpräsenz ohne jemals langweilig zu werden. So wurde auch der traditionelle Höhepunkt des Konzerts, das schottische Lied „Loch Lomond“ am Ende des Konzerts, kein zum 100sten Mal wiederholtes Liebhaberlied, sondern eine Hymne, die Band und Fans noch lange nach Konzertende verbindet.

Bericht: Björn Friedrich


Interessante Links:

www.runrig.co.uk

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