Rasthof Remscheid – am 16.04.2007 mit Hella von Sinnen

Im Rasthof Remscheid passieren nachts mehr Dinge als im Leben anderer Menschen tagsüber. Schauspielerin Gabi Weiss lässt ihre Kultfigur Irmgard Knüppel auch diesen Monat, am 16. und 17.04.2007 wieder auf der Bühne des Kölner Atelier Theater singen, tanzen und über Eigenheiten des Lebens und merkwürdige Erlebnisse philosophieren. Ihr zur Seite, wie jeden Abend, die schweigsame Bella Kannich (Eli Thoböll), von der Irmgard Knüppel sagt:

"Dat dahinten inne Ecke ist keine Schaufensterpuppe, die lebt, aber sagen sagt sie nichts. Dat ist`ne Alleinunterhalterin, die sagt nur was durch ihre Musik. Nachts in der Todzeit, wenn nix los ist, wenn man wegen der Übermüdung übermütig wird, wegen dem Kollegen Fleumes und wir ein Tänzchen durch den Rasthof wagen, dann spielt die für uns." Eli Thoböll hat mir ihrer schweigsamen Rolle sicher den schwierigsten Part der Inszenierung, nach einer Regie von Helmut Seeliger, der auch schon Dirk Bach, vor vielen Jahren mit dem Kultstück Edgar zu Erfolg verhalf. Zwei Stunden unter einer tristen Lampe wortlos zu sitzen um dennoch auf Stichworte zu musizieren, bedarf sicher hoher Konzentration. Rupert Schieche als Gisbert Fleumes, der nachts für die sanitären Anlagen verantwortlich ist, nennt sich vornehmerweise `Toilettier`.

Eigentlich hat Frau Knüppel zu jeder Vorstellung schon Feierabend, aber da eine Kollegin nicht zum Dienst erscheint, macht sie zum wiederholten Mal Doppelschicht. Den Frust lässt sie dann am Publikum aus:" Vorhin waren hier noch 16 jährige Schüler einer Klassenfahrt. Die haben mir auf Red Bull die ganzen Brötchen weggefressen, das nach über neun Stunden, weil Helga wieder zu spät kommt." muss sich ein amüsiertes Publikum anhören. Sich selbst bezeichnet Irmgard Knüppel als eine Mischung aus motivierter Servicepäpstin mit Sophia Loren Gedächnisbrille. Verkäuferinnen in Parfümerien sind geklonte Pralinen und Politessen für vieles zu gebrauchen. Wird Frau Knüppel von einer dieser uniformierten Damen gefragt:"Kann ich Ihnen helfen?" ist sie sich nicht zu schade zu antworten:" Natürlich können Sie mir helfen. Ich habe zuhause noch einen Berg Wäsche zu waschen und wenn sie mit meinem Hund Dieter noch um den Block gehen, wäre ich Ihnen sehr dankbar."Rasthof Remscheid – Transit der Gefühle ist mit seinen ungewöhnlichen Figuren, also auch die, die sich nachts hierher verirren, bereits Kult geworden.

Prominente Gäste genießen bei jeder Vorstellung den Service der Knüppel und Co. Zuletzt wurde Gerburg Jahnke angetroffen, nach einer anstrengenden Shoppingtour durch Köln, auf dem Heimweg zurück ins Ruhrgebiet.

Mit Stephanie Überall war sie über zehn Jahre als MISSFITS bekannt.

"Sind Sie der Arzt hier?" fragte sie beim Anblick des Gisbert Fleumes im weißen Kittel, der darauf seines Berufes entsprechen antwortet:" Nee, eigentlich bin ich für den hinteren Bereich tätig." Beim Eierlikör Gerburg Jahnke von ihren Erlebnissen in Köln. "Es war ein frustrierendes Erlebnis, die haben ja nix mehr in den Geschäften, nur noch Taschen und Parfüms in den Fenstern. Und Pullover, deren Größen ich gar nicht kenne und Hosen, die ein Hauch von nichts sind, dafür aber sündhaft teuer. Die Verkäuferinnen sehen aus wie Bullimistinnen, die nur vom Nagellack bemalen träumen." Die Kabarretistin hatte die Befürchtung heil nach Haus zu kommen, da ihr Navigationssystem auf Italienisch eingestellt ist und sie diese Sprache nicht versteht.

Kleine und Große Auftritte bekannter Persönlichkeiten finden jedes Mal statt, an der Raststätte machten auch bereits Knacki Deuser halt, der legendäre Nightwash Erfinder und Fatih Cevvikkollu. Der Schauspieler und Kabarretist wurde für sein Soloprogramm FATIHLAND mit dem Prix Pantheon ausgezeichnet und ist einem großen TV Publikum bekannt durch die RTL-Comedy "Alles Atze" mit Atze Schröder.

Für die Nachtschicht am Montag, den 16.04.2007 wird Hella von Sinnen erwartet. Ob sie mit dem Publikum ungewöhnliche Begriffe erraten möchte, wie jeden Samstag auf SAT.1 in der GENIAL DANEBEN-Comedy Arena bei Hugo Egon Balder oder auch witzige Erlebnisse zu berichten weiß, sollte man sich anschauen.

Die Vorstellungen am Montag und Dienstag (dann mit einem anderen Gast) beginnen jeweils um 20h30, weitere Informationen siehe auch auf www.ateliertheater.de/personality/weiss/htm.

Bild Michael Stanullo
Bericht: Olaf Demmerling

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