Backstreet´s back – BSB Live im Kölner E-Werk

Es ist 20.00 Uhr, und das E-Werk ist gefüllt mit meist weiblichen Mitt-Zwanzigern, die gespannt auf den Beginn des Konzertes der Backstreet Boys warten.

Nach knappen sechs Jahren sind die Jungs zum ersten Mal wieder in Deutschland und es ist offensichtlich, dass nicht nur die Bandmitglieder älter geworden sind, sondern ihre Fans auch. Im Gegensatz zu vielen anderen „Boybands“ ziehen die Backstreet Boys eher ein Publikum in den Zwanzigern und aufwärts an, denn die Fans sind die selben wie noch vor 11 Jahren, als sie das erste Mal in Deutschland spielten. Diese Tatsache alleine ist schon eine respektable Leistung, denn nicht viele Bands ihrer Art schaffen es, ihr Publikum über einen so langen Zeitraum zu begeistern und neue Fans hinzuzugewinnen.

Um 20:35 Uhr ist es endlich soweit, das Licht geht aus und die Halle jubelt. Jedoch tritt statt der Band erst einmal ihr Manager Johnny Wright auf die Bühne, um eine kleine Ansprache zu halten und sich bei den Fans zu bedanken. Dann aber kündigt er die Backstreet Boys an, und eine Minute später fällt der Vorhang und sie legen mit „The Call“ los. Vom ersten Moment an sind die Fans mitgerissen, sie singen lauthals jede Zeile mit. Erstaunt stellt man fest, dass eigentlich niemand hysterisch kreischt – es wird brav geklatscht und gejubelt, und wenn einer der Bandmitglieder zum Publikum spricht, ist es still in der Halle. Die Bühne ist sehr unspektakulär, die Jungs besinnen sich auf ihre Anfänge und erklären, dass man mit großen Bühnenshows, bei denen man 10 Kostümwechsel hat und tausende Dollar für Pyrotechnik ausgibt, nichts mehr am Hut habe. „Been there, done that, now it’s just us and our music.“ sagt Kevin. Man sieht den Backstreet Boys ihre Freude darüber, so herzlich in Deutschland empfangen worden zu sein, deutlich an, und sie sagen es auch. Jeder einzelne bedankt sich für die Unterstützung; besonders AJ, der einen Alkohol- und Drogenentzug hinter sich hat. „Sober for almost 3 years!“ ruft er ins Mikro; die minutenlangen „AJ, AJ!“ Rufe und das Geklatsche lassen einen fast taub werden.

Die Songauswahl ist perfekt getroffen: neben den alten Hits wie „I want it that way, „Quit playing Games..“, „I’ll never break your heart“, „Larger than life“ etc. stellen die Backstreet Boys auch einige neue Songs aus Ihrem am 13. Juni 2005 erschienenen Album „Never gone“ vor: ob „Weird World“, „Poster Girl“, „Climbing the Walls“, „Beautiful Woman“, „I still“ oder natürlich „Incomplete“; AJ’s Aufforderung „Sing along if you know the lyrics“ kommen fast alle Fans nach; im Zeitalter der Internet-Downloads kein Wunder, haben die echten Fans doch schon Wochen, ja Monate vor erscheinen des Albums schon die Hälfte der Songs auf ihren Computer gehabt. (Geschadet hat dies dem Album übrigens offensichtlich nicht, denn es hat schon in der Erscheinungswoche traumhafte Platzierungen in den Verkaufscharts erreicht). Alte und neue Songs wechseln sich ab; Highlight aber ist wohl der letzte Song des Konzertes und die aktuelle Single „Incomplete“ – die Fans singen so laut mit, dass man die Band selbst gar nicht singen hört. Nach Ende des Songs verabschieden sich die Jungs von der Bühne; der Applaus aber hält noch viele weitere Minuten an. Um 22:35 Uhr verlassen die Fans atemlos, verschwitzt und heiser das E-Werk und alle sind sich einig, das dieses Konzert eines der besten war, das die Band je gegeben hat.

Wer sich auch von den Live Qualitäten überzeugen möchte, hat diesen Herbst die Gelegenheit dazu. Die Backstreet Boys touren durch sieben deutsche Städte. Also, Karten sichern bevor es zu spät ist.

Bericht: Vanessa Hubert

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