The Used – Köln, Live Music Hall, 27.1.05

Kaum eine Band hat in so kurzer Zeit so viel erreicht wie The Used: gegründet vor grade mal 4 Jahren, Ende 2000, in Orem, einen kleinen Ort nahe Salt Lake City im Mormonenstaat Utah hat sich das Quartett nach 600 Live Gigs in 2 Jahren mit grade mal einer Platte im Gepäck („The Used“) eine riesige Fangemeinde in den USA erspielt und den „Screamo“ salonfähig gemacht.

The Used sind größer, schneller, härter und lauter als alles was bis dato unter Emo verstanden wurde. Die unglaubliche Energie, die diese Band freisetzt ist zweifellos ansteckend und zwingt förmlich zu hemmungslosen Begeisterungsstürmen. Mit voranpreschenden Drumbeats, intensiven Gitarren und Bassriffen und stechendem Gesang haben sie die Emo-Szene verändert.

Das neue Album „In Love and Death“ (ne CD-Kritik findet ihr auch hier auf der Seite!) schoss auf Anhieb auf Platz 6 der US Billboard Charts und auch hierzulande sind The Used auf dem besten Wege ihr Schattendasein zu beenden: so musste zetbe die Show im Kölner Prime Club aufgrund der schier unglaublichen Nachfrage in die mehr als doppelt so große Live Music Hall verlegt werden, die jedoch auch innerhalb kürzester Zeit schon Wochen vor der Show ausverkauft war.

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Cause I need it right now..~[/kursiv][/zentriert]

Umso gespannter war ich auf die berüchtigte Show der 4 US-Amerikaner: nicht selten verausgabt sich Sänger Bert McCracken so dermaßen auf der Bühne, dass er sich vor Anstrengung wörtlich übergeben muss…

Support war an diesem Abend die deutsche angepoppte Rock Band „Madsen”, die mich irgendwie leicht an die frühen Tocotronic erinnerten. Das Quintett musste kurzfristig für die großartigen Head Automatica einspringen, die leider aufgrund der schweren chronischen Krankheit von Sänger Daryl Palumbo wieder einmal eine Tour canceln mussten.

Nach 11 Songs und rund 35 Minuten Spielzeit packten Madsen ihr Equipment zusammen und es war endlich an der Zeit für The Used die Bühne zu übernehmen.

Denkste. In traurigerweise typischer Rockstar-Manier ließen sich die Herren um Bert McCracken fast eine Stunde Zeit, um endlich in Erscheinung zu treten. Punkt 22:30 hieß es dann aber endlich: Showtime!

Und was für eine: gleich die ersten 3 Songs waren ein wahres Trommelfeuer für die Ohren. Opener war die 1. Singleauskopplung des neuen Albums „Take it away“ , gefolgt von „Listening“. Die Live Music Hall verwandelte sich in einen brodelnden Hexenkessel, der Moshpit reichte bis in die ersten Reihen und spätestens bei dem großartigen „Pieces Mended“ war auch die letzte Reihe samt Band schweißgebadet.

Eine kurze Verschnaufpause gab es dann bei dem poppig-melodiösem „I caught fire“, bei dem Sänger Bert mit kräftiger Unterstützung vom Publikum sein Gesangstalent unter Beweis stellen konnte. Weiter ging es mit „„Taste of Ink“ und der neuen Single „All that I’ve got“, die von der Crowd begeistert aufgenommen wurde. Ein Highlight der ruhigen Art war sicher das sehr persönliche „Blue and Yellow“, dass Bert seinem Bandkollegen, Bassist Jeph Howard widmete.

Mit „A Box full of sharp Objekts” heizten sie der Halle dann wieder ordentlich ein, um sie dann sofort wieder mit dem ruhigen „On my own” in die Melancholie zu stürzen.

Überhaupt war die gesamte Show war eine Achterbahnfahrt voller Stimmungswechsel: ruhige Songs wechselten sich mit absoluten Screamo-Core Krachern ab und alte Songs mit neuen. Beendet wurde fast jeder Song mit einem irren, fast manischen Lachen von McCracken.. Seelenspiegel eines wahnsinnigen Talents..?!
Letzter Song dieses Abends war „I’m a Fake“, dessen Spoken Words Intro von nahezu jedem einzelnen Besucher euphorisch Richtung McCracken geschmettert wurde.

Dann gingen die Lichter aus, die Bühne wurde dunkel und The Used verschwanden schließlich mit den letzen Akkorden von der Bühne. Doch nach ein paar Minuten voller energischem Applaus und Zugabenforderungen seitens des Publikums kamen sie schließlich zurück und beendeten die schweißtreibende 1stündige Show mit den harten Live-Knallern „Bulimic“ und „Maybe Memories“ endgültig und ließen ein schweißgebadetes, erschöpftes, aber glückliches Publikum zurück.

[zentriert][kursiv]~Still remember what it tastes like

What it feels like..~[/kursiv][/zentriert]

Bericht: Daniela Falkenstein

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