Lordi / The Arockalypse

Sweet Jesus sei mir gnädig!! Die Arockalypse ist nah. Zumindest habe ich schon die sieben arockalyptischen Reiter gesehen. Na ja, eigentlich sind es nur fünf statt sieben und statt Pferden, haben sie Gitarren dabei, aber, wer will bei der Maskerade kleinlich sein? Dass die Finnen alle komplett durchgeschossene Gruftgänger sind, hat der geneigte Leser ja schon längst geahnt. Auch, dass der Finne an sich gerne mal traurig ist, weil es in Finnland so oft dunkel ist und aus besagtem Grund auch gerne mal ein Gläschen über den Durst hinaus trinkt, ist hinreichend bekannt. Aber wer hätte gedacht, dass Finnland außer HIM und dieser anderen Düsterband so was wie Lordi in petto haben?

Wer sich jetzt fragt, wer in „Drei-Teufels-Namen“ denn bitteschön Lordi ist, dem sei gesagt: das ist irgendwie eine weit verbreitete Bildungslücke. Ich sitze, ja was Neuerscheinungen angeht, immer ganz vorne im Bus, aber selbst ich habe bis neulich Nacht nichts von der Existenz dieser himmlisch-höllischen Gesellen gewusst!
 
Also, Lordi, egal was ich jetzt hier gerade in den Labtop hämmere, es ist bei weitem nur eine blasse Umschreibung von dem, was Lordi wirklich sind. Ich finde das Wort Spektakel beschreibt das ganze Kuriosum noch am besten.
 
Lordi sind eine unglaublich witzige Metallband, deren Sound feinster 80iger Jahre Metallrock meets weiß der Teufel was auch immer ist.
 
Ihr aktuelles Album „The Arockalypse“ bietet ein breites Band an amüsant-begeisterungsauslösender Songs , die genauso amüsante Titel tragen wie z.B. „Chainsaw Buffet“ und „The Night of the loving dead“.
 
Eben dieser Sound ist es auch, der dafür gesorgt hat, dass die durchgeknallten Finnen den Vorentscheid des Grand-Prix de Eurovision gewonnen haben. 12 Punkte für die wilden Kerle, wer hätte damit gerechnet? Allerdings können sich nicht alle für Gitarrenriffs , Knurren und Latexmasken begeistern, so hat Zypern verlauten lassen, dass sie den GPE nicht senden wollen, wenn Lordi auftreten.
 
Aber zurück zu Beweisstück A. Auf besagtem Longplayer sind auch Gaststars aus der Rockszene en masse vertreten. Leute wie Udo Dirkschneider, Jay French und so ein zwei Gesellen, die ich kennen sollte, aber nicht kenne und darum nicht erwähne.
 
Ernsthaft, ich bin begeistert als wäre gerade …nun…mir fällt nichts Adäquates ein, aber ich bin begeistert. Diese Sorte Band ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding.
 
Wenn ich da zum Beispiel an Slipknot denke, wird mir ganz anders, da werden schlechte Masken und schlechte  Manieren von Künstlern geboten, die sich selber so ernst nehmen, als würden sie nicht Musik, sondern Ablassbriefe produzieren.
 
Lordi dagegen laufen mit Kostümen  durch die finnischen Wälder, die so dermaßen wow sind, dass man es einfach selber gesehen haben muss. Darüber hinaus gibt einem die Rasselbande das Gefühl, das sie sich über sich selbst köstlich amüsieren.
 
Aller Begeisterungsstürme Anfang war übrigens das Video zur Single “Hardrock Hallelujah“. Das Video ist nicht einfach ein Video, nein, es ist ein Meisterwerk des musikalischuntermalten Horrorfilms. Komplett mit Rauch, zombiefizierten Cheerleadern und Highschooldrama in bester Buffy-Manier. Wer fleißig die Homepage studiert, findet heraus, dass Frontsänger und Namensgeber Lordi nicht nur Präsident des finnischen Kiss-Fanclubs ist, sondern darüber hinaus auch noch Comiczeichner und Maskenbildner. Somit ist man dann auch nicht mehr verwundert, dass eine Metallband aus Finnland ein Video raushaut, das wirklich alle Züge eines amerikanischen Blockbusters aufweist.
 
Mein persönlicher Rat: die tun keinem was, die wollen nur spielen! Darum: ansehen, Spaß haben und, wenn es soweit, ist fleißig für die Finnen anrufen. Ok, Texas Lightning sind auch nicht übel, aber bei weitem nicht so ein Fest.
 
Das Video gibt es bei: www.youtube.com.

Weiteres Infomaterial auf der Homepage der Band: www.lordi.org

Bericht: Danielle de Santiago

Print Friendly, PDF & Email