Interview mit JOEY JOBBAGY AUS DER FAME ACADEMY AM 06. Oktober 2004 bei Popstar – Jetzt oder Nie!

Liebe Leser

Auf die Frage, was aus den ehemaligen Studenten der FAME ACADEMY Studenten geworden ist, trafen wir nun Joey Jobbagy. Der symphatische Österreicher, ausgebildete
Sportlehrer und Taebo-Instructor, ist auch als Künstler sehr erfolgreich. Unter
anderem gehörte er zum Ensemble der HAIR-Inszenierung in Bremen, siehe auch
Interview mit Jeremy Cummins bezüglich FREAK OUT. In einem sehr ausführlichen
Gespräch sprachen wir mit Joey Jobbagy über die Fame Academy, Zukunft und Gegenwart und seinem Casting bei Popstar – Jetzt oder Nie!

„Am besten kommt’ne Band rüber, die sich schon als Freunde kennen“

Lieber Joey.


Wie ging es Dir nach Deinem Auszug aus der Fame Academy?

Nach Fame habe ich einfach die Koffer gepackt und bin zurück nach Wien gefahren.
Nach dem ganzen geschehen spürte ich zuerst ‘Nachwehen ‘ wie man so schön sagt. Ich
war plötzlich wieder in der Realität und wusste nicht was ich tun sollte. Du musst Dir
vorstellen, ich war in einem Haus, wo ich mit Leuten machen konnte, was mir Spaß
machte und wofür ich die ganze Zeit gekämpft hatte. Du bist vier Wochen dabei, hast
einen ganz anderen Realitätssinn, arbeitest nur und musst Dich um Dinge wie Essen und
Miete zahlen nicht kümmern. Alles wurde Dir gegeben, die Zeit in der Fame Academy
war wie ein Geschenk. Leider habe ich später gesehen, wie die ganze Geschichte nach
außen wirkte. Ich war total enttäuscht von dem Konzept, das uns anders erklärt und
vorgestellt worden ist. Von dem harten Training und dem eigentlichen Sinn, dem Musik
machen, wurde viel zu wenig gezeigt und von der einen täglichen Stunde im Fernsehen
war die Hälfte von Werbung unterbrochen. Der Rest bestand aus Streitereien, wer
Probleme mit wem hat und wer sich mit wem nicht verträgt und so weiter. Das
angebliche Konzept war auf ein Big Brother Niveau gesunken, wo keine wirkliche Story
mehr dahinter steckte. Freunde und andere Leute, die mich kennen und wissen was ich
tue, haben mir gesagt, das sie von dem eigentlichen Training viel zu wenig gesehen
haben. Die hätten auch viel lieber das Tanztraining und Vocalcoaching und Schauspiel
und Medientraining gesehen, das war für uns im Haus echt geil. Aber das was die im
Fernsehen gezeigt haben, das Ergebnis war traurig.


Der Schauspieltrainer Norbert Gahfouri, sagte mir in einem Interview das so eine
Sendung natürlich von Emotionen lebt.

Natürlich Emotionen, klar, aber nicht NUR Streitereien. Was ist der Sinn dahinter?
Etwa ‘Oh, sie weint, weil in der Küche Rauchen verboten ist? ‘Sollte das die
Unterhaltung sein? Das hatte aber mit Emotionen nichts zu tun, das war Kinderkram,
weil es mit Fame Academy nichts mehr gemeinsam hatte. Dieser Titel sagt doch einiges
aus: Es sollte um harte Arbeit gehen und das das Pop-Business hart ist. Das die
solche Kindereien gezeigt haben hat uns alle etwas enttäuscht.


Das kann ich gut verstehen. Vor allem deshalb, weil Ihr soviel von Euch gegeben
habt. Ihr habt sogar auf Euer Privatleben und das Briefgeheimnis verzichtet!!!

Das Endergebnis war nicht so, wie wir uns das gedacht haben. Die Redaktion hatte
uns vorher erklärt: “ An den Künstlern wird geschliffen, wie an einem Diamanten.
Jeder hat was in sich drin, ob er nun tanzen, singen oder schauspielern kann. Jeder
wird in seinen Stärken noch verbessert und an seinen Schwächen wird gearbeitet.
Leider ist daraus eine Karaokeshow in großem Stil geworden, weil wir nur
vorgegebene Songs wiedergeben mussten. Mir hat z.B. das Songwriting mit der Band von
DJ Bobo gefehlt, das war das geilste, aber das kam erst zum Schluss und nur einmal.
Dieses Songwriting hat sich sehr in die Länge gezogen, bis ich aus der Fame Academy
schon draußen war.

Uns wurden viele Dinge vorgeschrieben, aber ich möchte meine eigene Musik spielen,
meinen eigenen Stil zeigen. Für mich ist einfach logischer die verschiedenen
faccetten aus jedem heraus zu locken als irgendwo hinein zu zwingen. Das wurde
leider missverstanden.



Hast Du darüber mit der Redaktion gesprochen? Denn Du bist doch auch ein Künstler,
der nicht erst in der Academy angefangen hat. Genau das fand ich ja so gut, das Ihr
alle etwas mitgebracht habt. Niemand von Euch hat bei Null angefangen.

Genau, jeder hat etwas mitgebracht. Aber die Macher von Fame Academy-Deutschland
haben das ja nicht so genützt, dabei hatte jeder etwas besonderes. David ist ein
wahnsinns Tänzer, von dem hätten wir noch soviel lernen können. Rennick, ein
wahnsinns Choreograph, von dem ich viel gelernt habe. Oder Thomas Bopp, ein Künstler,
der vorher nie nach Choreographie getanzt hat, der konnte plötzlich tanzen. Vor
Rennick habe ich wahnsinnigen Respekt. Cecile bezeichne ich sehr gerne als die
deutsche Alicia Keys. Man hat ihr keine Chance gegeben sich zu entfalten, dabei hat
sie extreeem viel Talent.


Ich habe einige male Eure Liveshow besucht, auch Deine Nominierungsshow mit
Christopher und David. Da hatte man Deine Familie aus Österreich als
Überraschungsgäste eingeladen. Leider war für Dich nach dieser Show die Ausbildung
in der Fame Academy beendet.

Das ist ein sehr hinterfragliches Ereignis gewesen. Natürlich hat es die Redaktion
gut gemeint, meine Familie einzuladen. Ich habe mich aber an dem Tag erlebt, wie ich
sonst nie auf der Bühne bin. Wenn ich mir das Video anschaue, erkenne ich mich
selbst nicht wieder, bei den Auftritten war ich innerlich so nervös. Ein schuljunge
am ersten Schultag ist ja nix dagegen. Nova ( die Moderatorin, die Redaktion )
fragte mich etwas und ich wusste darauf absolut keine Antwort. Diese Situation, in
Anwesenheit meiner Familie, war sehr anstrengend für mich, aber bitte frag mich
nicht warum-don’t know….


Dann lass uns lieber über Deine Gegenwart und Zukunft sprechen. Was passierte nach Deiner Zeit in der Fame Academy mit Dir?

Nachdem ich meine ‘Nachwehen’ in Österreich verarbeitet hatte, kam ich zurück nach
Deutschland. Hier war ich zu Gast bei ‘Nachtfalke’, der Sendung die immer über uns
berichtete. Es war auch sehr lustig, die beiden Moderatoren Jochen und Schwede
kennen zulernen. In Heidelberg lernte ich ein cooles Produzententeam kennen, mit
denen ich eine Ballade aufgenommen habe. Wir haben uns sofort verstanden, die
angebotene Ballade gefiel mir und die Chemie zwischen uns stimmte auch, das ist das
wichtigste. Das passierte alles in einer für mich nicht einfachen Lebensphase; Ich
fühlte mich sehr unwohl und hatte kein Heimatgefühl mehr, weder in Wien noch in
Deutschland. Ich bin monatelang herum gereist und lebte nur aus der Tasche…..


Was erzählt diese Ballade?

Es geht in dem Text um einen Menschen, der einem anderem Menschen sehr weh getan
hat, ohne dies zu wollen. Dieser Mensch badet nun in dem Schmerz und es tut ihm sehr
leid. Toni, einer vom Produzententeam hat die Ballade geschrieben. Als wir uns
kennen lernten, habe ich bei ihm eine zeitlang gewohnt. Wir haben uns super
verstanden und uns viel aus unseren Leben erzählt. Wir sind uns auf der
Künstlerbasis so nah gekommen, das wir uns wirklich gut verstehen.


Das hört sich gut an. Viele Künstler finden in ihren Arbeiten die Möglichkeit
erlebtes besser zu verarbeiten.

Für mich ist das auch eine gute Möglichkeit, Probleme, Gefühle, Emotionen zu
verarbeiten, genau so wie aktuelle Themen. Schau Dir nur die Nachrichten an:
Politik, Kriege, der sinnlose Schwachsinn der in der Welt passiert. Musik ist für
mich DIE universale & individuelle Sprache, die alle verstehen.


Wie schauen jetzt Deine Ziele aus? Was machst Du zur Zeit?

Im Moment arbeite ich mit einer Band aus Süddeutschland zusammen. Wir nennen uns
ACID, wir covern Songs im Rock und Pop stil, eine gute Mischung aus den bekannten
Songs der 80’er und 90’er Jahre. Mit dem anderen Produzententeam arbeite ich auch
weiterhin zusammen, dort aber nur als Solokünstler. Mit der Band versuchen wir uns
nun mit Promotion und Konzerten zu etablieren, sobald wir uns eingespielt und unser
Programm fertiggestellt haben. Den Kontakt zu der Band hat Thomas Bopp hergestellt.
( auch ein ehemaliger Fame Academy Student, die Redaktion ) Er rief mich irgendwann
an und erzählte mir, das ACID einen neuen Frontmann suchen. Die Musiker hätten mich
im Fernsehen gesehen und wollten mich kennenlernen. Ich bin zu ihnen gereist, haben
uns lange unterhalten & hab ihnen meine Vorstellungen & Konzeptidee erklärt.


Was hat Dich überzeugt?

Die Band ist seit zehn Jahren unterwegs, die haben sehr viel Erfahrung. Hier, in
Tauberbischofsheim und Umgebung waren einige von ihnen schon unter einem etwas
härteren Musikstil bekannt.. Da ich aus dem Showbereich komme, liebe ich auch Show
und Entertainment. Und da in jedem Song immer eine Geschichte erzählt wird, sollte
man diese Energie auch spüren. Man kann Songs, die verschiedene Geschichten
erzählen, nicht immer gleich spielen, die Texte werden bei einigen Coverbands falsch
interpretiert. Ich finde aber, das die Zuschauer und Zuhörer die Energie, die beim
spielen entsteht, spüren sollen. visuell, melodisch oder einfach weil sie auch einen
bezug auf die eigene person wiederfinden. Sei es durch die Band, den Frontman, die
ganze Harmonie. Das versuchen wir nun bestmöglichst zu bringen, wir wachsen gut
zusammen.



Du bringst als neuer Frontman natürlich eine Veränderung mit in die Band, weil die
ihre Songs vorher nur gespielt haben, Du aber vom Showbusinnes kommst.

Wir müssen uns alle aufeinander einspielen, weil es Acid ja schon lange gibt als
Band. Allerdings in einer anderer Besetzung. Der Drummer und der Gittarist waren
vorher in einer Heavy Metal Band, unser zweiter Gittarist war im kommerziellen
Bereich mit Fernando Express in den 80’er Jahren sehr berühmt. Wir sind alle aus
verschiedenen Musikrichtungen und haben einen anderen Groove. Jetzt müssen wir
unsere Mitte finden und das ist das schwierigste. Am besten kommt’ne Band rüber, die
sich schon vorher als Freunde kennen.


Erzähle uns von dem pro7 casting …

Ich hatte die Möglichkeit bei der aktuellen Staffel von Pop Star auf Pro7
mitzumachen. Die Redaktion rief mich an, weil sie ein Extra Casting angeboten haben,
für Leute, die schon im Fernsehen waren, es aber nie bis an die Spitze geschafft
haben. Ich dachte lange darüber nach, da mitzumachen und wollte das zuerst nicht,
bis ich mit meinen Jungs von der Band darüber gesprochen habe. Es ist für mich doch
noch geiler, mit meiner neuen Band dort aufzutreten, war schließlich mein Gedanke,
auch wenn wir uns jetzt erst kennen gelernt haben und die waren davon auch sofort
begeistert. Ich rief die Redaktion an, erzählte ihnen von meiner Band und so nahmen
die Dinge ihren Lauf. Meine Musiker sind mit zum Casting nach Wien gekommen und ich
bin aufgrund unserer Show eine Runde weiter gekommen.


Das hört sich gut an. Was habt Ihr dort vorgesungen?

Wir haben gespielt ‘the darkness‘, ‚I believe in a thing called love’ und das
spricht mir sehr aus der Seele.

Wir lernen uns erst jetzt während des spielens kennen und nicht wie andere vorher
schon als Freunde. Wir verstehen uns gut, es funktioniert immer besser, was
natürlich sehr positiv und wichtig ist.


Das ist doch auch ein sehr positives Schlußwort für ein sehr ausführliches Interview, lieber JSP. JSP ist ja auch dein künstlername, stimmts?

You’re so right mister olafsky …. 😉

Wie es mit Dir nach dem Popstar Casting in Wien weiterging und was mit Dir und der
Band passiert, das können unsere Leser bald hier, und nur hier, in einem zweiten
Interview nachlesen. Dies wird nach dem 06. Oktober 2004 veröffentlicht. Zuerst
sehen wir Dich am Mittwoch, den 06. Oktober 2004 um 20 Uhr 15 auf Pro7 bei Popstar –
Jetzt oder Nie!

Wir bedanken uns bei Joey Jobbagy und Claudia, die für seine Homepage verantwortlich ist für die Bereitstellung der Bilder!

Interview by Olaf Demmerling

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