Interview mit Danilo Galke

„Tief in Deinem Inneren weißt Du doch eigentlich was Du werden möchtest. 90% aller Menschen machen nicht das was sie wirklich wollen und sind daher unglücklich. Riskiere doch mal was im Leben:“

Nachdem wir vor einiger Zeit Gerrit Winter begegneten, fragten wir uns was aus den anderen RTL2 FAME ACADEMY Studenten geworden ist. Sicher werden sich noch einige Leser daran erinnern, dass es sich dabei nicht um eine der üblichen Castingshows handelte. In der FAME ACADEMY wurden Künstler mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Tanz, Gesang und Musical durch professionelle Dozenten weitergebildet. Die Leitung hatte Kim Moke übernommen, die auch Leiterin der bekannten Hamburger Stage School of Music, Dance and Drama ist. Nun trafen wir auch Danilo Galke. Der Künstler hat nicht nur eine Ausbildung in Tanz, Schauspiel und Gesang, sondern bereits viele Engagements in bedeutenden Musicals wie MAMMA MIA, Buddy Holly, Tabaluga und Lili vorzuweisen. Seit einiger Zeit ist er sehr erfolgreich mit seinen Swingabenden im Rostocker Hof in Ludwigslust. Weitere Informationen sind darüber auf seiner Homepage www.danilogalke.de zu lesen und zu hören, unter der Rubrik SONGS.

In einem ausführlichen Gespräch erzählte uns Danilo darüber mehr. Natürlich fragten wir ihn auch über seine Zeit in der FAME ACADEMY…


Hallo Danilo.

Seit einiger Zeit bist Du sehr erfolgreich mit Deinen Swingabenden in Ludwigslust. Erzähl uns doch mal wie und wann Du diesen Musikstil für Dich entdeckt hast.

Nach Beendigung der „Fame Academy“ wollte ich andere Musikrichtungen ausprobieren und nicht mehr nur Popsongs singen. Als ich die Swingversionen von Robbie Williams hörte, dachte ich sofort „Hey, das klingt ja gar nicht mal so schlecht, probiere das doch selbst mal aus“ . Also setzte ich mich mit meinem besten Freund David Harrington zusammen, der Musiker ist und wir haben einen uralten Swingklassiker gesungen namens Autumm Leaves. So erarbeiteten wir für uns ein Programm das uns gefiel.


…Und das hast Du dann dem Uwe vom Rostocker Hof angeboten?

Nein, das war genau umgekehrt. Uwe hat mir in die „Fame Academy“ einen Brief geschrieben. Darin stand, das er ein Restaurant besitzt und er sich wünscht, das ich dort mal auftrete. Nach der Academy habe ich den Kontakt zu ihm aufgenommen und daraus ist eine gute Zusammenarbeit entstanden. Unsere Swingabende finden nun alle sechs Wochen statt, die nächsten Termine sind am 18. September und am 30. Oktober, immer an einem Samstag.


Eigentlich kommst Du doch von den großen Bühnen und hattest bereits Engagements in erfolgreichen Musicals. Wie ist das für Dich nun vor kleinem Publikum aufzutreten?

Ich finde es schwerer aber auch besser. Auf der großen Bühne bist Du immer sehr anonym. Du hast viel Licht, es ist dort oben sehr laut und es sind viele Menschen da. Also vieles, was Dir eine Entfernung zum Publikum schafft. Aber wenn Du mit Klavierbegleitung vor ca. 50 Leuten auftrittst, kannst Du diese Menschen alle gut sehen, weil sie alle sehr nah an Dir dran sind. Du siehst ihre Reaktionen. Es ist viel schwieriger 50 Leute zu begeistern als 5000. In diesem kleinen Rahmen finde ich die Atmosphäre aber viel persönlicher und intimer, das gefällt mir gut. Für die Zuschauer ist es etwas besonderes und für mich auch.


Wolltest Du schon immer einen künstlerischen Beruf ausüben?

Ich bin im Kunstgewerbe groß geworden. Meine Eltern haben im Variete getanzt, darum habe ich selbst bereits mit zehn Jahren angefangen zu tanzen. Mit meiner Schulklasse habe ich damals an einer Sendung des DDR-Fernsehens teilgenommen. Wir haben den `Tanz der Außerirdischen `aufgeführt, das hatte mir sehr viel Spaß gemacht. Dadurch bin ich auf die Palucca-Tanzschule aufmerksam geworden. Nach der dortigen Aufnahmeprüfung konnte ich ein achtjähriges Tanzstudium anfangen. So bin ich mit zehn Jahren von zuhause ausgezogen und habe angefangen klassisch-modernes Ballett zu studieren. Als nach zwei Jahren die Mauer fiel, wusste niemand wie es weitergehen wird. Wir stellten uns die Frage, ob die Schule staatlich bleibt oder ob daraus ein privates Institut wird. Ich bin zu meinen Eltern zurück gegangen und wir sind nach Hamburg gezogen.


Lass uns über diese Tanzausbildung in Dresden sprechen. Sportler haben in der ehemaligen DDR oft gewisse Privilegien genossen, wie z.B. Kati Witt. Hast Du davon auch etwas in diesem Tanzinternat gespürt?

Nach der bestandenen Aufnahmeprüfung wurde uns schon gesagt das diese Ausbildung
etwas ganz besonderes ist, wofür wir aber auch hart arbeiten müssen. Die haben uns tatsächlich gesagt, das wir dadurch etwas besonderes sind. Natürlich hat Dir das mit Deinen zehn Jahren ein ganz anderes Selbstbewusstein gegeben. Ich spürte da schon gewisse Privilegien. Als ich später eine private Schule in Hamburg besuchte, sind mir die Unterschiede natürlich aufgefallen. Das war mit der Internatschule nicht zu vergleichen. Manche Studenten haben einfach die falsche Einstellung. Du kannst kein Tanzstudium beginnen mit dem Gedanken `Ich will ein Star werden` um dann über unwichtige Dinge zu diskutieren. Ich hatte mit zehn Jahre ein achtjähriges Studium angefangen und dabei eine ganz andere Disziplin erlernt. Tanzen erfordert nicht nur einmal in der Woche zu trainieren, sondern vier mal am Tag. Wenn jemand mit 15 Jahren erst damit anfängt, ist das schon viel zu spät.


Wie verlief Dein Weg nach dem Umzug nach Hamburg weiter?

Ich bin zuerst auf eine normale Schule gegangen um mein Abitur zu machen, vom Showbusiness wollte ich erst mal nichts mehr wissen. Nach der Schule plante ich eine kaufmännische Ausbildung um Geld zu verdienen. In der elften Klasse musste ich ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung machen und ich ging in ein Behindertentagesheim. Dort begegnete ich einem Musiker, der mit den Behinderten arbeitete. In einem sehr intensiven und ausführlichen Gespräch motivierte er mich doch wieder den künstlerischen Weg einzuschlagen. „Tief in Deinem Inneren weißt Du doch was Du eigentlich werden möchtest. 90% aller Menschen machen nicht das was sie wirklich wollen und sind daher unglücklich. Riskiere doch mal was im Leben!“ sagte er mir. Diese Sätze haben mich sehr geprägt. Ich habe diesen Menschen nie wieder gesehen, sehr seltsam…


Und ganz offensichtlich hast Du seinen Rat befolgt…

Ja, ich habe dann an Talentwettbewerben teilgenommen und ein privates Studium im Bereich Tanz, Schauspiel und Gesang gewonnen. Meine ersten Engagements hatte ich danach als Ensembletänzer bei Buddy Holly in Hamburg und Tabaluga und Lili in Oberhausen.
Später stand ich auch als Schauspieler auf der Bühne, in der Inszenierung „Swinging St. Pauli“ hier in Hamburg. Danach kam das Premierencasting zu „MAMA MIA“ bei dem ich wieder als Ensembletänzer engagiert wurde und danach kam die „FAME ACADEMY“.


Über die FAME ACADEMY möchte ich mich sehr gern mit Dir unterhalten. Warum hast Du Dich dort beworben?

Ich fand die Idee gut, nicht wieder eine Castingshow zu machen, sondern den Menschen zu zeigen, wie der Alltag aussehen kann, um es bis auf die Bühne zu schaffen. Dazu gehört mehr als nur der Gedanke `Ich sehe süß aus, stelle mich auf die Bühne und singe jetzt einfach mal!` Bei den Castingshows im Fernsehen hätte ich gerne mal gesehen wie die Künstler an ihren Songs arbeiten, wie viel Zeit sie dafür haben und wie die Bühnenshows vorbereitet werden.


Bist Du zufrieden mit Deiner Zeit in der „Fame Academy“?

Ich hätte mir viel mehr technisches Tanztraining gewünscht und überhaupt mehr körperliches Training.


Ich nehme an, das der Zeitdruck sehr groß war. Man hat versucht, Euch in einer Woche sehr viel beizubringen, plus die Vorbereitungen auf die Liveshows…

Was der Zuschauer auch nicht gesehen hat, war natürlich, das dahinter sehr viel Logistik und Technik steckt. Die Kamerapositionen wurden gecheckt und andere Dinge ausprobiert und vorbereitet. Das bedeutete für uns natürlich immer eine Freilaufzeit, denn schließlich brauchten wir auch unsere Pausen. Es sind daher tagsüber mehr Dinge passiert, die der Zuschauer nicht gesehen hat. Trotzdem hätte ich mir mehr technisches Training gewünscht. Man hat z.B. auch sehr wenig vom Schauspiel und Medientraining gezeigt.


Wie sah das Medientraining denn aus?

Der Dozent hat uns analysiert, ob wir Bandtypen sind. Er sagte zu mir: „Du bist ein fleißiger Arbeiter, der immer seine Hausaufgaben macht. Du bist aber auch völlig unauffällig, farblos, überhaupt nicht sichtbar und überhaupt kein Bandtyp.“ Und ich dachte mir: „Toll! Also der graue Fleck am Fernseher, das bin ich, für alle die das noch nicht gemerkt haben!“ Ich weiß noch, das Souzan und Cecile damals nach seiner Analyse so fertig waren, das sie das Haus verlassen wollten. Wir dachten uns, wenn der Mensch mitbeurteilt und entscheidet wer in die Band kommt, dann können wir ja alle nach Hause gehen. Nach seiner Meinung waren wir alle keine Bandtypen.


Das klingt anstrengend…

Dazu kam der allgemeine Psychodruck, da gehen die Nerven irgendwann mit Dir durch und man war hypersensibel. Wir waren alle sehr empfänglich für Stimmungsschwankungen. Dazu kamen die manchmal falschen Informationen von außen, z.B. man habe uns angeblich nackt beim duschen gezeigt. Der Chef der Produktion hat die Stimmung schließlich wieder besänftigen können und uns beruhigt. Wir sollten uns nicht so sehr von außen beeinflussen lassen, das diese Gerüchte nicht stimmen und das wir versuchen sollten uns weiter auf die Ausbildung zu konzentrieren, sagte er zu uns. Aber je länger wir in der „Fame Academy“ waren, umso angespannter wurde die Situation.


Und diese anstrengende Zeit ist fast ein Jahr her, lass uns über Deine Zukunft reden. Welches Ziel möchtest Du nun erreichen? Wie geht es mit Dir weiter?

Mit Uwe und seinem Rostocker Hof wird es eine weitere, sehr gute Zusammenarbeit geben. Mit seiner Gastronomie finden bald große, bauliche Maßnahmen statt. Wir wollen eine Bühne etablieren und einen Zuschauerraum für 100 Personen. Dort finden später verschiedene Themenabende statt und nicht nur meine Swingabende. Wir sind in Ludwigslust dabei, eine Kleinkunstbühne aufzubauen, mit dem Einzugsgebiet bis Schwerin. Das gibt mir die Möglichkeit wieder mit vielen Kollegen aus den unterschiedlichen künstlerischen Bereichen zusammen zu arbeiten.

Auch mein Bruder Tobias, der sehr viel choreographiert, wird dort auftreten. Es wird auf jeden Fall ein großes Projekt, es gibt bereits Gespräche mit Reiseunternehmen. Und der Bürgermeister von Ludwigslust findet das natürlich auch ganz toll.

Es ist natürlich ein großes Glück, das Uwe und ich uns getroffen haben. Wir profitieren beide davon, er wirtschaftlich und ich künstlerisch. Uwe übernimmt die Promotion und die Managertätigkeit, während ich für die künstlerische Seite verantwortlich bin.


Lieber Danilo Galke, wir von www.events-und-trends.de wünschen Dir und Uwe natürlich weiterhin viel Glück für die Zukunft. Es hat viel Spaß gemacht, sich mit Dir zu unterhalten.

An dieser Stelle möchte ich noch mal erwähnen das es weitere Informationen bei www.danilogalke.de gibt ( kleiner Hörtipp ist dort die Rubrik SONGS ) und unter www.rostocker-hof.com

Interview by Olaf Demmerling

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