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Treffen mit Sunrise Avenue in Zürich am 22. Dezember 2006 – Teil 2

Interview einmal anders: mit Gesprächsprotokoll

E-u-T: Das ist ja super, dass eure Deutschland-Tour schon ausverkauft ist!
Samu: Es gibt noch ein paar Restkarten, aber ja, das ist toll. Ich meine, es sind Clubs, nicht die Münchener (Allianz)Arena, aber lieber 400 Leute in einem richtig vollen Club, wo man den Schweiß vom anderen riechen kann, als eine Halle für 2.000 Leute, in der dann nur 500 oder 600 drinstehen.

E-u-T: Samu, du hast neulich auf dem Roten Teppich bei The Dome in Düsseldorf ein Stuttgart-T-Shirt angehabt, und Sami, du hast das mal bei einem Fotoshooting getragen.
Samu: Oh ja, ich war vor 2 Jahren in Spanien, wo ich früher mal gelebt habe, und habe es dort gekauft. Da gibt’s keine besondere Geschichte dazu. Ich werde es mal auf der Bühne tragen – unsere Stylistin kann es so hinstylen, dass es gut aussieht. Besser!
Jukka: Besser! Der Schweizer Dialekt hier ist echt drollig. Ich verstehe kein Wort davon! Ich habe Gemüse gegessen.
E-u-T: Ach, was, heute morgen schon? 😉
Jukka: … hab ich plötzlich bekommen!
Samu: Es ist …
Jukka (kichert): … es ist zum Mäusemelken!

E-u-T: Ich habe bis jetzt nur so kurze Gigs von euch gesehen – wenn ihr auf Tour geht, spielt ihr dann in den langen Shows nur eure eigenen Songs oder auch Coversongs?
Samu: Nur unsere eigenen! Wir haben 15 tolle Songs auf dem Album und die sind hoffentlich der Grund, warum das Publikum zu unseren Konzerten kommt. Wenn’s unsere eigene Show ist, dann ist es das, was sie hören wollen. (lacht) Keiner will hören, dass wir David Hasselhoff spielen oder Modern Talking!

E-u-T: Was habt ihr eigentlich gemacht, bevor ihr das mit der Musik richtig professionell angefangen habt: studiert oder „was Anständiges“ gearbeitet?
Jukka: Also, ich bin geboren worden!
Raul: Ich auch.
E-u-T: Das ist ja schon mal ein guter Anfang!
Jukka: Du bist nach Spanien gegangen, Samu!
Samu: Ich habe so ziemlich alles gemacht, um in den letzten 10 Jahren neben dem Musikmachen einfach überleben zu können. Wirklich jeden Mist, von der Käsefabrik über ein Timesharing Resort in Spanien, Bars, alles – mir war’s relativ egal, aber man muss halt auch was essen, dort wo ich herkomme.
(guckt zu Sami): Du hast irgendwie immer nur Schlagzeug gespielt, oder? Hast du jemals einen anderen Job gehabt?
Sami: Nur so Sommerjobs.
Jukka: Aber immerhin hattest du welche! Ich nie.
Sami: Einmal war ich in Österreich, in so einer Lebensmittelfabrik.
Jukka: Wirklich?
Samu: Und was hast du dort gemacht?
Sami: Da war ich fünf Monate und musste mit einer Maschine Hähnchen in Scheiben schneiden.
Alle durcheinander: Ach ne! Ist das wahr?
Sami: Ich bin fast gestorben; das war echt schrecklich dort!
Samu: Ich hab gedacht, du machst Witze – das wusste ich ja gar nicht! Also, das ist jetzt wirklich exklusiv!!
Janne: Das war aber das einzige, was du gemacht hast, oder wie?
Sami: Ja, eigentlich schon.
Samu: Sami hat in so ziemlich jeder finnischen Band Schlagzeug gespielt bis auf Lordi, The Rasmus und HIM!
Janne: Obwohl, bei Lordi weiß man das ja nicht so genau …
Samu: Vielleicht IST er Lordi!!
Janne: Und ich hab so Verschiedenes gemacht in der IT-Branche. Man muss halt leben. Es gibt nun mal kein Geld fürs Gitarreüben.

E-u-T: Habt ihr gesehen, dass einer der Sponsoren der Veranstaltung hier „Sunrise“ heißt? (Anm.: Ein Schweizer Mobilfunkanbieter)
Alle: Oh ja!
Samu: Wir waren gestern vor deren Hauptsitz, den „Sunrise Towers“. Das ist jetzt UNSER Hauptquartier!
Janne: Die haben schon ihre Sachen rausgeräumt, so dass wir einziehen können.
Samu: Wir haben ein Foto gemacht (zeigt Foto auf dem Handy: das helle „Sunrise“-Logo leuchtet in der Nacht und davor stehen fünf dunkle Gestalten) – das ist auch auf unserer Website!

E-u-T: Ist das jetzt eigentlich eine besonders tolle Phase in eurer Karriere – es geht grade richtig los und gleichzeitig könnt ihr aber bestimmt noch gut in der Öffentlichkeit unterwegs sein, ohne dass ihr überall erkannt und angesprochen werdet?
Samu: Jede Phase ist echt cool! Wir haben vorhin ein Interview angehört, das wir vor sechs Monaten gegeben haben. Da war das ähnlich – der gleiche feste Glaube, der gleiche Schwung, der gleiche Spaß, alles gleich. Es war auch toll, als wir zum ersten Mal zusammen aufgetreten sind – fühlt sich an wie vor 17 Jahren … ne, das war so vor vier, fünf Jahren – … aber klar, das ist schon klasse: wir bekommen neue Länder und neue Leute zu sehen.
Und doch bleibt es spannend – wir wissen ja nicht, ob wir wirklich den Durchbruch schaffen, und so ist es immer die Frage: könnten und sollten wir noch mehr machen oder ist es okay so. Das ist ziemlich aufregend.
Und das mit dem Erkanntwerden: Sogar in Finnland können wir eigentlich fast überall hingehen, ohne angequatscht zu werden.
Jukka: Das ist so in Finnland; die Finnen machen das einfach nicht. Sogar Ville Valo (Anm.: Sänger der finnischen Band HIM) kann dort überall hingehen, ohne dass er belästigt wird. Aber in anderen Ländern, da reißen sie ihm fast die Ohrringe ab, das ist echt schlimm.
Samu: Wir genießen das natürlich auch, so viel unterwegs zu sein. Das war gestern unser … (denkt nach) … 65. Flug in diesem Jahr. Das ist toll, dass jemand so an uns glaubt und uns überall hinbringt. Wir sind echt Glückspilze!
Jukka: Und wir werden ganz oft in eurem Land sein!

E-u-T: Könntet ihr uns bitte einen Gruß für unsere Leser schreiben?
Samu: Klar! Was machen wir? Ah, du hast Stifte! Was willst du haben? (fängt an, das Sunrise Ave-Straßenschild zu zeichnen)

E-u-T: Sag mal, woher kommt eigentlich euer Spruch: „Klaus, guck mal – gut gemacht!“?
Jukka: Aus den nebeligen Bergen!! (lacht) … Keine Ahnung …
Samu: Der stammt aus einem finnischen Film! Darin gab es einen Krieg zwischen Finnland und Luxemburg …
Alle: *staun*
Samu: … na ja, in dem Film halt, das ist eine Komödie! Der Krieg fängt damit an, dass der luxemburgische Premierminister oder sowas finnische Skier zersägt und ein finnisches Eishockey-Trikot in Stücke schneidet und dann sagt: „Haha, Klaus, guck mal – gut gemacht!“
Raul: Den muss ich mir mal anschauen. Wie heißt der Film???
Samu: (sagt den Titel auf Finnisch) Der ist echt lustig! … Also, jetzt schreibe ich das auf Deutsch! „Viele Grüße für alle Events und Trends- …“ und was dann?
E-u-T: „Readers“.
Samu (lacht): Ne, das soll doch auf Deutsch sein!
E-u-T: Ach so, ja – dann: „Leser“!
Samu: Laser?
E-u-T: Nicht Laser – Leser mit „e“.
Jukka: Wir haben keine Lasers hier!
Samu: Ah, die „Leserhosen“! … So, ich zeichne jetzt das Arschkrokodil!
Janne: Das ist Klaus!
Samu: Genau, Klaus, das Arschkrokodil!
E-u-T: Woher kommt das denn eigentlich?
Janne (lacht): Das willst du nicht wirklich wissen!
Samu (grinst): Ich war jung und brauchte das Geld! So, das Krokodil trägt Converse-Schuhe! Okay, ich unterschreib das jetzt und ihr macht weiter!

E-u-T: Und was treibt ihr heute noch so?
Samu: Die Jungs hier fliegen nach Hause und Jukka und ich nach Wien. Das sind dann unsere Weihnachtsferien – 4 ½ Tage, das ist klasse, und dann haben wir wieder einen Auftritt in Finnland.

Samu: Oh, nett, Raul hat einen Hasen gezeichnet! Einen „Pupu“ – das heißt auf Finnisch „Hase“.
E-u-T: Na, wenn du das sagst.
Samu: Ne, ehrlich jetzt!

E-u-T: Jetzt würde ich noch gern ein Foto machen, ist das okay?
Samu: Ja, klar, sollen wir uns da drüben vor die Wand stellen? (und nach dem Foto) Gut gemacht! 

E-u-T: Super, das hat echt Spaß gemacht, vielen Dank!
Samu: Uns auch, danke!

Gespräch und Protokoll: Jennifer Trautmann

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