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Doppelkonzert Die Happy und Sunrise Avenue beim Tollwood-Festival München

Sonntag, 17. Juni 2007: Am späten Nachmittag drängen sich viele Besucher des Tollwood-Festivals vor dem Einlass der Saturn Musik-Arena auf dem Gelände des Olympiaparks in München. Ihr Ziel: das Doppelkonzert von Die Happy und Sunrise Avenue. Es ist immer noch sehr heiß und die Aussicht auf ein paar Stunden Rockmusik in einem Zelt ist beim Warten in der sengenden Sonne erst einmal nicht so verlockend. Doch heißer als die Luft ist im Verlauf des Abends dann doch die Musik, den Ventilatoren am Zeltdach sei’s gedankt.

Zuerst spielen Die Happy, seit vielen Jahren festivalerprobt im In- und Ausland: Frontfrau Marta Jandová, Thorsten Mewes an der Gitarre, Ralph Rieker am Bass und Jürgen Stiehle am Schlagzeug.

Der Begriff “Powerfrau” muss für Marta erfunden worden sein – selten passt der etwas überstrapazierte Ausdruck besser: Marta fetzt über die Bühne, flirtet mit dem Publikum, aminiert zum Mitsingen, Tanzen, Spaß haben – und bekommt die Resonanz, die ihr dafür gebührt. Solche authentischen Frauen sind ein wahres Geschenk in Zeiten von am Reißbrett konstruierten Bands und gestylten Castinggirls.

Seit 14 Jahren machen Die Happy schon zusammen Musik; eine kleine Ewigkeit in dieser Branche. Die Spielfreude ist ihnen ganz offensichtlich nie abhanden gekommen und der Funke springt schnell über, auch auf die Fans von Sunrise Avenue, die auf den Auftritt ihrer Lieblinge noch warten müssen.

Songs vom aktuellen Album “No Nuts No Glory” werden gespielt ebenso wie bewährtes älteres Material. “Addicted”, “I Am” oder “Big Boy” machen Laune und natürlich Kracher wie “The Ordinary Song”, bei dem das Publikum in zwei Gruppen unterteilt wird und bemerkenswert laut und begeistert mitsingt und “Supersonic Speed”. Es wird gesungen und gehüpft – die Stimmung könnte nicht besser sein.

Nach einer kurzen Umbaupause geht es rockig weiter mit einer Band aus Finnland, deren erstes Album erst im Sommer 2006 erschienen ist: Sunrise Avenue.

Schlagzeuger Sami, Keyborder Jukka, Bassist Raul und Gitarrist Janne werden begeistert empfangen und nach der ersten Strophe des Openers “Choose To Be Me” springt Frontmann Samu unter dem Jubel der überwiegend weiblichen Fans auf die Bühne.

Die Band ist noch recht neu im großen Business, doch die Finnen sind schon seit Jahren ein eingespieltes Team und haben in der langen Phase vor dem begehrten Plattenvertrag bereits unzählige Konzerte in ihrem Heimatland gespielt.

Auf den rockigen Beginn folgt eine kurze ruhigere Phase – Samu fasst sich ans Herz und meint, selbiges müsse bei der Hitze ein wenig geschont werden, denn es sei sicherlich schön, in München zu sterben, aber es müsse ja nicht heute sein. Der große Blonde hat das Publikum mit seinem Lausbuben-Charme fest im Griff.

Weitere launige Zwischenmoderationen, zum Teil in herzigem Deutsch, und Flirts mit dem Publikum verfehlen ihre Wirkung nicht und so verbreiten Sunrise Avenue mit ihren melodiösen Rocksongs einfach gute Laune pur, ob mit der neuen Single “Forever Yours”, der Sporthymne “Fight Til Dying” oder “Destiny”.

Zum Abschluss des Programms kommt dann selbstverständlich noch der Megahit “Fairytale Gone Bad” zum Vortrag, bei dem das Publikum den Großteil des Singens übernimmt, so dass Samu laut darüber nachdenkt, seinen Lohn für den Abend an diesen stimmgewaltigen Chor abzutreten. Ob dies geschehen ist, ist nicht überliefert. Als letzte Zugabe zelebrieren die Finnen das schlüpfrige “Nasty”, das nur die Konzertgänger unter den Fans kennen, weil es nicht auf dem Erfolgsalbum “On The Way To Wonderland” enthalten ist. Wer genau hinhört, weiß warum …. ;-)

Danach strömen die Konzertbesucher wieder aufs Tollwood-Gelände, um den Tag in der lauen Sommernacht ausklingen zu lassen. Das Doppelkonzert war sicherlich auch für die Fans der jeweils anderen Band eine gute Sache und der Abend rundum gelungen, auch wenn der Sound bei beiden Bands nicht immer berauschend war – die Stimmung war es allemal!

Fotos von beiden Konzerten findet ihr hier in unserer Tollwood-Galerie.

Bericht: Jennifer Trautmann

 


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