In Groß-Umstadt, zwischen Aschaffenburg und Darmstadt gelegen, fand am 16-18. Juni 2006 das erste „Summer Sound“ Open Air statt. Bewusst wurde auf die Bezeichnung „Festival“ verzichtet, da allein schon mal keine Campingmöglichkeiten vorhanden waren und auch jeder Tag des Drei Tägigen Open Airs unter einem bestimmten Musikalischen Motto stand.
Die Location war wenig romantisch im Industriegebiet gelegen, aber durch das tolle Wetter an allen drei Tagen und dem Picknick-ähnlichen Verhältnissen auf dem Open Air Gelände lies man die Umgebung schnell außer Acht. Zu dem lud eine Fahrt auf dem 60 Meter hohen „Night-Ride“ zu einer Fahrt mit Übersicht über den Atemberaubenden Bachgau mit weit über die Gipfel Frankfurts hinaus ein.
Los ging es am Freitag mit „Deutsch Rock“ Pur. Als Opener gedacht, avancierten die zwei Jungs und ein Mädel von „Grossstadtgeflüster“ schnell zum mitreisenden Geheimtipp. Mit ihrem Elektropop, irgendwo angesiedelt zwischen Nina Hagen und den Fehlfarben schaffte es das Trio sofort die Fans auf ihre Seite zu bringen, welche es mit viel Applaus und Zugabe-Forderungen dankten. Leider war die Zeit knapp bemessen und schon waren die Schröders auf der Bühne, die sofort auf die gute Laune Welle sprangen und nahtlos anknüpften mit ihren Selbstironischen Songs und sonnigem Gemüt.
Dann wurde Platz gemacht für Revolverheld. Souverän spielten sie ihre Playlist ab ohne irgendwelche Lücken im Perfektionismus erahnen zu lassen. Ein Auftritt ohne Hochs und Tiefs – Gewohnt gekonnt . Die meist weiblichen Fans in den ersten Reihen waren aber dankbar eine Band zum greifen nahe zu haben, die trotz momentanen riesigen Erfolgs auf dem Boden geblieben ist. Die Professionalität und damit teilweise die verlorene musikalische Spontanität steigerte sich zum Höhepunkt der gegen 22 Uhr mit Christina Stürmer erreicht war. Die Österreichische Pop Röhre setzte ihre Routine unter Beweis und zeigte klaren, deutlichen Deutsch Pop/Rock,
der aber an vielen Ecken zu rund war, und schloss damit das gesamt Bild, welches durch den frechen Auftakt durch „Grossstadtgeflüster“ und den „Schröders“, den soften „Punks“ von Revolverheld einem tollen Festivalauftakt verhießen haben, mit einem besseren „befriedigend“ ab.
Am Samstag änderte sich das Bild um 180 Grad. Die Lage übernahmen die HipHoper. Coole Jungs und coole Raps, Größen wie Olli Banjo und Fatmann Scoop, Newcomer wie Deutschlands Junger Rapper F.R, die trotz ihrer Jugend mit erstaunlichen Lebensweisheiten überraschten, von denen sich manch andere Kollege an diesem Abend hätte eine Scheibe abschneiden können. Denn leider hörte manches nicht „trainierte“ HipHop Ohr nach einer Weile nur noch die selben, Niveaulosen Gassenhauer wie man sie eigentlich von einer mittlerweile Ernstzunehmenden Musikrichtung nicht mehr erwarten dürfte.
Am Sonntag war die „Region zu Haus bei Freunden“. Lokalpatriotismus war angesagt. Bands aus der Heimat wie „Keller“ und „Souled Out“ heizten seit dem Nachmittag der Kleingewordenen Fangemeinde ein. Aber am Abend wartete Deutschlands fleissigste, und wohl immer noch Hübscheste Band (sogar von hier bis Texas): Boppin B. Spontanität, Slapstick, Kabarett, Musikalische Qualität, das alles und viel mehr zeichnet diese Band seit über 25 (!) Jahren aus. Nicht Müde geworden, und immer noch Voll-Gas gebend. Dachte man zu erst vielleicht die Boppins spielen ihren Standart, weil sie Sonntags Vormittags schon auf einem Festival in Würzburg gespielt haben – so hat man sich geirrt. Und das gewaltig.
Selbst „Boppin Wahn“ler waren über die Setlist erfreut, die nie gleich ist, immer wieder überrascht, und bei jedem Song zum „mitschunkeln“ einlädt. Und das die Jungs aus Aschaffenburg auch Gut und gerne am Samstag beim HipHop Tag hätten antreten können bewiesen sie mit „Those were the Days“. Obwohl Zuschauertechnisch gesehen der am schwächsten besuchte Tag war es doch die zu tiefst Herzliche Atmosphäre unter den Besuchern welches dieses Open Air zu einen tollen Ereignis werden lies. An allen drei Tagen wurden individuelle Künstler gezeigt die Ihre Show darboten, für jeden war es was dabei. Die Konzertorganisation war freundlich, die Security verlässlich und die Preise auf dem Gelände waren nicht überzogen sondern im Gegenteil, sehr Zuschauerfreundlich.
2007 soll es wieder einen Summer Sound geben. Diese Ereignis sollte man sich auf jeden Fall jetzt schon merken da Vielfältigkeit und Abwechslung garantiert ist, und wie oben schon angesprochen auch durch die freundliche Atmosphäre etwas für die ganze Familie ist.
Bericht: Björn Friedrich

