Auch dieses Jahr fand pünktlich zum Ferienbeginn in Saarbrücken das Halberg Open Air – 22.07.05 – von dem Radiosender UnserDing 103.7 statt. Obwohl das ganze Festival kostenlos war, war das LineUp nicht zu verachten. Dies wussten auch die 30 000 Fans, die sich schon zur frühen Morgenstunde, trotz des schlechten Wetters, auf dem Festivalplatz versammelt hatten. Damit auch kein Fan den Halberg hinauf steigen musste, hatte der Veranstalter einen Shuttleservice organisiert, der die Fans alle paar Minuten hinauf und später wieder hinunter fuhr.
Einmal oben angelangt, gab es viel zu sehen. Neben der großen Halberg Open Air Bühne, gab es zahlreiche kleine Stände, an denen sich die Fans etwas zu Essen erwerben konnten. Auch die Jugendzeitschrift Mädchen hatte einen Stand mit kleiner Bühne und bot den Fans ein unterhaltsames Programm, ebenso machte der Mitsponsor AOK auf sich aufmerksam.
Gegen 11.30 Uhr begann dann das große Programm auf der Halbergbühne. Zwischen den Auftritten der Stars hatten sich die Moderatoren von SR1 jede Menge Gäste eingeladen, so kamen u.a. die Jungs vom 1.FC Saarbrücken oder die Mitglieder verschiedener Tanzschulen, die ihr Können den Zuschauern nicht vorenthalten wollten, auf die Bühne.
Aber zuerst waren die eher wenig bekannten Bands an der Reihe, die aber dem Publikum dennoch gut einheizten. Den Anfang machte Oblivion, darauf präsentierte die blonde Lynnie ihre Songs ‚Himmel‘ und ‚Du spielst mit mir‘. Die Asphaltliteraten hatten zu ihrem Song ‚Sound für Gorillas‘ auch die passenden Kostüme an und die Jungs von Saragoz sorgten mit ihrem Latinpop für Urlaubsfeeling. M 69 beeindruckte mit einigen Breakdanceeinlagen und heißen Tänzerinnen, die bei knappen 18°C in Hotpants auf der Bühne tanzten. Mit der Band Zeitlos wurde es dann ganz romantisch.
Anschließend kam unser Newcomertipp Tokio Hotel auf die Bühne. Neben ihrer Debütsingle ‚Durch den Monsun‘ spielten sie auch den Song ‚Schrei‘ und den Track ‚Leb die Sekunde‘, der schon auf der Welt der Wunder CD veröffentlicht wurde. Die vier Magdeburger schienen damit gut beim Publikum anzukommen, aber nach knappen 15 Minuten war ihr Auftritt vorbei und die nächste Band war an die Reihe.
Nachdem die beiden letzten noch wenig bekannten Bands Fade Away und Snailshouse die Bühne gerockt hatten, kamen die bereits namenhaften Stars. Die Virus Incorporation, bei der die meisten Mitglieder aus Saarbrücken stammen, wurde mit tobendem Applaus begrüßt. Für ihre Fans hatte sich die Truppe dieses Mal etwas besonderes einfallen lassen und beeindruckte die Menge neben den Choreographien zu ‚Heaven is a place on earth‘, ‚Here we are‘ und ‚Only you‘ mit kurzen, aber heftigen Feuerspuckeinlagen – die Fans waren nach dem ersten Schreck hör- und sichtbar beeindruckt.
Danach ging es Schlag auf Schlag und die Stars wechselten sich auf der Bühne nur so ab. Stephanie D spielte ihre Single ‚Truly yours‘ und präsentierte weitere Songs ihres Albums; The BossHoss zeigten dem Publikum was es heißt Countrymusic zu spielen und zu leben; Königwerq sorgten wieder für gute, deutsche Musik; Cosmo Klein und Maya Saban ließen mit ihrem Duett ‚Das alles ändert nichts daran‘ die Herzen schmelzen. Anschließend betrat Christina Stürmer die Bühne und sang gemeinsam mit ihren Fans ihren Hit ‚Ich lebe‘, aber auch die neue Single ‚Engel fliegen einsam‘ wurde textsicher von den Fans mitgesungen.
Nach kurzer Verschnaufspause rockte die Band ‚Dorfdisko‘ die Bühne und das komplette Publikum rockte mit. Danach verzauberte Kate Hall ihre Fans zuerst mit einer kleinen Unpluggedeinlage bevor sie ihre Debütsingle ‚Is there anybody out there‘ sang. Aber auch ihr Track ‚Gods Gift‘ und ihre wunderschöne Ballade ‚The only one‘ durfte nicht fehlen und vor allem die männlichen Zuschauer waren hin und weg. Mit den Samba Boyz war dann der Countdown angebrochen und nur noch knapp 10 Künstler wurden erwartet.
Banaroo waren die nächsten, die die Bühne betraten, natürlich performten sie ihren Top 10 Hit ‚Dubi Dam dam‘, aber auch Stücke ihres ersten Albums. Darauf folgte dann Dancepower hoch 10. Gemini präsentierten zu Gute-Laune-Sounds interessante Choreographien ganz in weiß. Nachdem zum zweiten Mal an diesem Tag Zwillinge die Bühne geentert hatten, gab es jetzt ein wenig HipHop. Phleck und DJ Lizzard traten auf die Bühne und holten sich durch Sängerin Joelle Verstärkung. Die Menge tobte bereits zu diesem Zeitpunkt.
Und dann war die Zeit reif für die großen Stars. John Sutherland sorgte für Hysterie unter den weiblichen Fans, als er bei einer Ballade einen Fan auf die Bühne holte. Und je älter der Tag wurde, desto mehr Fans wurden ins Rot Kreuzzelt gebracht. Das änderte sich auch nicht, als Nu Pagadi die Bühne stürmten und der Menge ihre Ohrwümrer ‚Dying Words‘ und ‚Sweetest Poison‘ entgegen schmetterten. Und als ob das nicht schon laut genug gewesen wäre und man meinen konnte, dass die Fans gar nicht mehr lauter schreien konnten, der Lärmpegel konnte immer noch gesteigert werden.
Die Newcomer des Jahres – US5 – betraten die Bühne und das Gekreische der Fans wurde ohrenbetäubend. Die Sanitäter des Roten Kreuzes kamen kaum noch hinterher die zusammengebrochenen Mädchen aus der Menge zu ziehen, während die fünf Jungs ihren Smashhit und neuen Nummer 1 Hit ‚Maria‘ sangen. Es wurde gekreischt, geschrien, geheult und Plakate in die Luft gehoben, erst recht als die Jungs die Ballade ‚Come back to me baby‘ in die Mikrofone hauchten. Anschließend folgte ‚here we go‘ und US5 verließen die Bühne. Doch das Publikum wollte sie nach knappen 10 Minuten noch nicht gehen lassen und sie mussten eine Zugabe geben, also gab es noch einmal exklusiv für alle Fans ‚Maria‘.
Nach dem Auftritt von US5 wurde der Festivalplatz etwas leerer. Viele hatten sich ein Autogramm am Backstagezaun ergattern können und machten sich, mit den Kräften am Ende, auf den Heimweg. Die zurückgebliebenen erwartete ein 50 minütiges Bühnenprogramm von Virginia Jetzt!. Und nachdem auch die vorletzte Band die Bühne verlassen hatte, kam der eigentliche Höhepunkt des Abends – Fettes Brot. Die Nordlichter zeigten sich während ihres Auftrittes von der besten Seite und begeisterten die Menge. ‚Emanuela‘ sang wohl jeder lautstark mit. Und nachdem nun auch die Sonne auf wiedersehen gesagt hatte, verabschiedeten sich auch Fettes Brot gegen 22.00Uhr.
Keinen Zweifel, das war wieder ein lauter und unvergesslicher Ferienauftakt für die Saarländer von dem sich die ein oder andere erst einmal erholen muss.
Weitere Infos gibt es direkt auf: www.SR1.de
Bericht: Adriane Haußmann

